Anhängercenter Grampersdorf

Wir restaurieren zur Zeit einen Fiat 500 R Baujahr 1973

Nach der Demontage aller An- und Einbauteile wurden alle Blechteile mit Rostfraß entfernt. Angefangen beim Frontblech über Batteriehalter (hatte sich bereits selbst entfernt), Kotflügel, Außenschweller und die hinteren Seitenteile. Danach ist der gesamte Unterboden vom Unterbodenschutz befreit worden.

Das ist übrig geblieben.

An der A-Säule im unteren Bereich ist Dank einer in jungen Jahren erfahrenen Hohlraumversiegelung sogar noch richtiges Blech zu finden. Selbst die inneren Radhäuser sind bis auf ein paar kleinere Aufblühungen im unteren Bereich erstaunlich gut erhalten.

An diesem rechten hinteren Seitenteil sieht man die typischen Alterungserscheinungen eines 500 Fiat.

Eigentlich gar nicht so schlimm, der ein oder andere würde solche Kleinigkeiten mit Polyesterspachtel und Lack wieder auf Vordermann bringen. Wir wechseln trotzdem das Seitenteil aus, allein schon um zu sehen wie's drunter aussieht.

So sieht eine originale, intakte, fast rostfreie Wagenheberaufnahme aus, viele 500er haben in diesem Bereich so gut wie nichts mehr.

Hier sind Schweller und Seitenteil bereits eingeschweißt, natürlich wurden die Teile  vorher von innen lackiert. 

Das ist eine ganz typische 500er Schwachstelle, und wer's nicht richtig operiert wird auf Dauer nicht glücklich werden.

Man nehme eine Flex und entferne großzügig die befallene Stelle.

Danach wird mit etwas Blech die kariöse Stelle wieder plombiert.

Sieht schon fast wieder wie ne Knutschkugel aus.

Diesem kleinen Fiat wurde in seinem früheren Leben durch "fachmännische" Hand ein Tacho-Kombigerät eines Fiat 500 L injiziert.  Autsch ....

Bei der unteren Armaturentafel ist nachträglich, fast genauso fachmännisch ein Radio eingebaut worden. Also aus zwei mach eins.

Jetzt sieht die Armaturentafel schon fast wieder wie Original aus, noch etwas Polyesterspachtel und viel schleifen, dann wird's schon werden.

Im Unterboden war auch noch ein unschönes Rostnest, hier war ab Werk das Blech nicht sauber verschweißt. Flex, Hammer und Meißel und wech ist der Rost.

Einer der Vorbesitzer hat auch ein Radio gebraucht und kurzer Hand eine Dachantenne installiert. Die hierfür geschaffenen Durchbrüche wieder so zu schließen, daß es original ausieht, wird nicht ganz einfach werden.

Die Durchbrüche außen sind kein Problem, etwas Blech, ein bisschen schweißen, spachteln, schleifen, fertig.

Der Unterboden ist fast fertig. Nach dem kalt verzinken und dem grundieren fehlen nur noch die Abdichtarbeiten mit Karosseriedichtmasse und der Unterbodenschutz.

Jetzt kommt meine absolute Lieblingsarbeit, spachteln, schleifen, spachteln, schleifen, bis die Finger glühen und der Tennisarm grüßen laßt. Maschieneneinsatz, Fehlanzeige, hier ist Handarbeit angesagt.

Schnauze gespachtelt und geschliffen, kurz vor dem Grundieren.

Alle Prägefalten mit Aluspachtel eliminiert.

Langsam kriegt er wieder Farbe, allerdings hab ich beim Grundieren noch einige Dellen und Macken entdeckt, die vorher nicht aufgefallen sind, also geht der Kampf in die zweite Runde.

Vorne ist er schon für den zweiten Grundiervorgang nachgearbeitet, er hat aber noch eine Delle im Dach, zwei Stellen am linken vorderen Kotflügel und eine im hinteren rechten Seitenteil.

Die Beifahrertüre hat so gut wie keinen Rost, nur ein paar kleinere Dellen.

Die Fahrertüre hats da im unteren Bereich schon etwas besser angefressen. Zum Glück waren keine Durchrostungen dabei, nur äußerliche Rostausblühungen.

Von innen waren nur Alltagsspuren des früheren Lebens vorhanden, Kratzer, Dellen und jede Menge Nikotin.

Die Motorraumklappe hatte nur einige kleinere Dellen, no problem.

Von innen war die auch schön Lila, nur war zwischen Originallack und Lila der alte ölige Dreck noch vorhanden, also alles runter, sonst hält der neue Lack auch nicht.

Vor dem Lackieren werden alle Blechteile montiert und auf Spaltmaße und Funktionalität hin überprüft.

Jetzt kommt der lezte Schliff mit 400er Naßschleifpapier und dann gehts ab zum Lackierer, der rührt schon die Farbe an und scharrt mit den Füßen. Er bekommt das Original Avorio 286 weiß der 70er Jahre.

Frisch aus der Lackierkabiene und schon kommt Glanz in die Hütte.

Wer rastet der rostet, leider.

Hier hilft nur eine Totaloperation.

Nach dem Eingriff macht er wieder was her.

Tja, der rest der Technik sieht halt auch so aus.

Wieder komplet und startklar zur TÜV-Abnahme.

Beim TÜV gab's keine Probleme hatt auf anhib bestanden.

Für dieses Fahrzeug wurde durch einen Sachverständigen ein Wertgutachten erstellt und ein Wert von 12500,00 € ermittelt. Gesamtkosten ohne Arbeitszeit 6962,80 €.

Das ist der nächste Patient, der bekommt die gleiche Behandlung wie der weiße.